SSF Jugendmeeting 2018 – Etwas Altes und etwas Neues, ....

von Maike Schramm (SSF)

Josha Salcho beim SSF Meeting, Foto: W. Lingen
Josha Salchow (Foto: W. Lingen)

Josha Salchow schwimmt in seinem eigenen Universum. Die SG Essen überzeugt mit einer homogenen und überragenden Mannschaftsleistung.

Das diesjährige Jugendmeeting der SSF Bonn wartete mit vielen Neuerungen auf. Nicht nur das neue Logo sorgte für einen Hingucker auf der gesamten Veranstaltung. Die einprägsame Grafik war allgegenwärtig auf Bildschirmen, Papier und Badekappen und sorgte für frische Akzente. Auf der sportlichen Seite war die Mannschaft der SG Essen die „neue Macht“ im Bonner Frankenbad – und dass nicht durch eine oder zwei überragende Athletinnen, sondern durch eine geschlossene Mannschaftsleistung.

Mit Miki van Loock stellten die Essener die erfolgreichste Schwimmerin der Veranstaltung (vier Siege über 50 und 100 m Rücken sowie 50 und 100 m Freistil). Ihre drei Mannschaftskameradinnen Sophia Beckers (Erste über 100 und 200 m Lagen und 200 m Rücken), Delaine Goll (siegreich über alle drei Bruststrecken) und Idil Güven (Gold über 100 und 200 m Schmetterling und 200 m Freistil) waren ihr jedoch medaillentechnisch dicht auf den Fersen. Vier Schwimmerinnen mit einer Ausbeute von dreizehn Goldmedaillen: Eine solch homogene Mannschaftsleistung hat das Meeting schon länger nicht mehr gesehen. Andreas Rossa passte sich mit ebenfalls drei Siegen (über 50 und 200 m Brust und 200 m Lagen) perfekt in die Erfolge seiner Essener Mitschwimmerinnen ein. Am Ende standen für die SG Essen 209 Punkte zu Buche und damit ein ungefährdeter Mannschaftssieg vor den zahlenmäßig stärker vertretenen belgischen Mannschaften von MEGA und KZK.

In der Herrenkonkurrenz dominierte Josha Salchow von SV Nikar Heidelberg noch stärker als schon im vergangenen Jahr. Mit acht Siegen in acht Finalläufen schaffte er es sogar, als „Einpersonen-Mannschaft“ bis auf Platz vier der Mannschaftswertung vorzurücken. Über alle drei Rückenstrecken, die 50, 100 und 200 m Freistil sowie über 50 m und 100 m Schmetterling war der frühere Bonner Schwimmer nicht zu schlagen und verbesserte dabei auch noch zwei seiner eigenen Meetingrekorde (100 m Freistil in 48,93 Sekunden und 200 m Freistil in 1:47,36 min). Auch wenn Salchow bereits im vergangenen Jahr der erfolgreichste Schwimmer war, schwamm er in diesem Jahr nochmal in einer ganz anderen Liga.

Die Bonner Gastgeber hatten mit Rebecca Dany wieder eine der erfolgreichsten Medaillensammlerinnen in der Mannschaft. Mit fünf Silbermedaillen belohnte sie ihre guten Leistungen zwar mit viel Edelmetall, aber sie wäre sicher auch nicht böse gewesen, wenn eine goldene Ausgabe dabei gewesen wäre. Wenn es auch für die Verbreitung guter Stimmung Medaillen gäbe, hätten sich die Mannschaften von KZK, MEGA und die der SG Rhein-Mosel ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert. Insbesondere diese Mannschaften waren überdurchschnittlich gut gelaunt und laut unterwegs und steckten viele andere Schwimmer, gerade in den Finalabschnitten, mit ihrer Laune an.

Zwei deutsche Top-Schwimmer verliehen der Veranstaltung am Sonntag eine besondere Note. Dorothea Brandt und Max Pilger besuchten das Jugendmeeting, stellten sich den Fragen der Nachwuchsschwimmer und gaben wertvolle kleine und große Tipps von der Ernährung bis zur Karrieregestaltung eines Schwimmers. Der interessante Austausch zwischen den Athleten zeigte einmal mehr, dass das langjährige Motto der Veranstaltung „von Schwimmern für Schwimmer“ nicht nur ein Lippenbekenntnis sondern gelebte Praxis ist.

Das nächste Jugendmeeting wird voraussichtlich vom 29. November bis 1. Dezember 2019 stattfinden.

Uwe Klotzowski

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